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Berichte 2022

GRK-Gruppenfoto vor der Porta Nigra
DFG-GRK 2337 METROPOLIT?T I KURZEXKURSION NACH TRIER 03.10.-07.10. 2022

Augusta Treverorum I Roma secunda: Metropolitane Forschungstage in der ?ltesten Stadt Deutschlands

Die als Augusta Treverorum durch den r?mischen Kaiser Augustus zwischen 19 und 13 v. Chr. gegründete Stadt Trier gilt – je nach Definition – als ?lteste Stadt Deutschlands, die auch den ?ltesten Bischofssitz Deutschlands beherbergt, in der Sp?tantike mehreren r?mischen Kaisern als strategisch günstig gelegene Residenz diente und im Mittelalter mitunter als Roma secunda bekannt war. In Verbindung mit der auf drei Museen verteilten Ausstellung zum Untergang des R?mischen Reiches boten die antiken und mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten einer Gruppe des Graduiertenkollegs ?Metropolit?t in der Vormoderne“ ein anschauliches Beispiel für den wechselvollen Aufstieg und Niedergang einer Stadt: Nach einer zwischenzeitlichen Blütephase im 2. Jh. n. Chr. und den Wirren der Reichskrise des 3. Jh. wurde Trier unter dem tetrarchischen Kaiser Constantius Chlorus zur Kaiserresidenz. Im Zuge dieser Entwicklung bündelte Trier eine Vielzahl von politischen, religi?sen, wirtschaftlichen und kulturellen Funktionen, die es rechtfertigen, die deutlich weniger als 100.000 Einwohner z?hlende Stadt als Metropole zu bezeichnen. Insbesondere unter Kaiser Konstantin wurde ein umfangreiches Bauprogramm umgesetzt, das für die nun notwendigen Verwaltungs- und Repr?sentationsbauten sorgte. So schreiben sowohl der Lobredner Eumenius in seinem Panegyricus des Jahres 310 auf Konstantin als auch der Dichter Ausonius der Stadt eine herausragende Bedeutung zu. Eumenius wagt hierbei sogar die Behauptung, Trier k?nne sich durch seine Bauten mit Rom messen. Mag dies für viele Bauten der Stadt übertrieben sein, so kann die frühchristliche Kirchenanlage, die in verschiedenen Schritten im 4. Jh. erbaut, erweitert und umgebaut wurde, diesem Vergleich durchaus standhalten, da sie nach St. Peter in Rom die zweitgr??te Anlage dieser Art im R?mischen Reich und prachtvoll ausgestaltet war.

Die weitere Geschichte der Stadt veranschaulichte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eindrücklich, wie sehr die Bedeutung einer Stadt von den politischen Entscheidungen abh?ngen kann. Nach einem zwischenzeitlichen Bedeutungsverlust aufgrund der Gründung der neuen Hauptstadt Konstantinopel blühte Trier unter den Kaisern Valentinian I. und Gratian nochmals auf, erlebte aber mit der Verlegung der Kaiserresidenz nach Mailand und des Sitzes des Pr?torianerpr?fekten nach Arles den endgültigen Niedergang, der in Verbindung mit dem schrittweisen Untergang des Westen des R?mischen Reiches in der Eroberung der Stadt durch die Franken resultierte. 百利宫_百利宫娱乐平台¥官网er Umbruch spiegelt sich noch heute in der erhaltenen Bausubstanz aus r?mischer Zeit wider, die im Mittelalter einer Umnutzung als Kirche oder Festungswerk unterzogen wurde: Repr?sentationsbauten mit metropolitaner Strahlkraft wurden zu beeindruckenden Kirchenbauten (Simeonsstift in der Porta Nigra) oder dienten dem Schutz der Bev?lkerung und des in Trier herrschenden Bischofs vor Angriffen (Palastaula als kurfürstliche Burg; Kaiserthermen als Teil der mittelalterlichen Stadtmauer). Aufgrund dieser Bauten war die Historizit?t der Stadt deutlich für die Zeitgenossen erkennbar und erm?glichte Trier immer wieder kulturelle Blütephasen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich durch die Exkursion und die gehaltenen Referate über verschiedene Punkte des Forschungsprogramms des Graduiertenkollegs am Beispiel Triers austauschen und Vergleichspunkte für die eigenen Arbeiten finden.

Lukas Mathieu

Wissenschaftlicher Mitarbeiter I DFG-GRK 2337 "Metropolit?t in der Vormoderne"


DFG-GRK 2337 METROPOLIT?T I STUDIENFAHRT NACH ISRAEL

Jerusalem. Eine einzigartige Metropole im Kontext des vormodernen Palaestina

***English version below***

Im DFG-Graduiertenkolleg 2337 Metropolit?t in der Vormoderne an der Universit?t Regensburg (Sprecher: Prof. Dr. J?rg Oberste) befassen sich Nachwuchswissenschaftler:innen aus 4 Fakult?ten mit Metropolen als Orten herausgehobener Urbanit?t, Zentralit?t und Geschichtlichkeit. Jerusalem bündelt solche Bedeutungen in topographischer, ikonographischer, performativer, sakraler und?materialer Dimension und übersteigt damit eine rein materiell-demographische Definition des Metropolenbegriffs. 百利宫_百利宫娱乐平台¥官网e Verflechtungen erschlossen sich der 21-k?pfigen Exkursionsgruppe etwa beim Besuch von Klagemauer und Tempelberg, im arch?ologischen Park bei den Grabungen zur Davidstadt und am Cardo, aber auch anhand der Antikensammlungen im Israel Museum.? Der Status Jerusalems spiegelt sich in nahezu einzigartiger Weise in kulturhistorischen Ausdeutungen und Zuschreibungen ?stlicher wie westlicher Provenienz, wie im orthodoxen Kreuzkloster und an weiteren St?tten des christlichen Jerusalem deutlich wurde – vom ?lberg mit den dortigen Kirchen und Kl?stern über die Grabeskirche zu den Bethesda-Ausgrabungen oder auch der St. Alexander-Newski-Kathedrale.

Ein Blick auf Jerusalem er?ffnete dem transdisziplin?r ausgerichteten Kolleg somit ein Spektrum an Perspektivierungsangeboten zur Erforschung kultureller, sozio?konomischer, politischer wie religi?ser Dynamiken, die historische Erfahrungen, mediale Aneignungen und vision?re Entwürfe umfassten. Die einzelnen Stationen boten (un)mittelbare Anknüpfungspunkte für fast alle GRK-Projekte.?S?mtliche Exkursionsteilnehmer:innen wurden von Anfang an in den Planungsprozess der wissenschaftlichen Studienreise einbezogen (Organisationsteam: Prof. Dr. Harald Buchinger, Dr. Gregory Tucker, Christopher Sprecher, Wiss. Koordination: Kathrin Pindl). Individuelle Beitr?ge in Form von Referaten, Handouts und Beitr?gen zu einer kollaborativen Bibliographie augmentierten vorhandene (Fach-)Kenntnisse.

Die Partizipation von lokalen Akteur:innen, etwa der Martin-Buber-Stipendiatin Dr. Katharina Palmberger, Arch?ologin an der Hebrew University of Jerusalem, erm?glichte einen reflektierten Zugang zu metropolitanen Facetten Jerusalems und weiteren stadthistorisch relevanten Punkten im Heiligen Land.??So führte Frau Dr. Palmberger das GRK zu den Ausgrabungen zu den byzantinischen Ruinen der im 8./9. Jahrhundert verlassenen Wüstenstadt Shivta, die mehrere Jahrhunderte als Verwaltungs- und Handelsknotenpunkt regionales Zentrum war. Die in situ am konkreten Beispiel vermittelten Einblicke erm?glichten es den Kollegiat:innen, auf immersive Weise das im GRK verhandelte Ph?nomen der Metropolit?t zu reflektieren.

Das multireligi?se Jerusalem, aber vergleichend auch weitere metropolitan relevante St?tten wie Beit Shean, Magdala, Kafarnaum, Tabgha, Bethlehem oder Tel Aviv-Jaffa boten Gelegenheit, die ?berlagerung topographischer, ritueller, akustischer oder imaginierter R?ume hautnah zu erleben und damit in gewisser Weise eine retrospektive in eine teilnehmende Beobachtungsperspektive zu transformieren.?Die Lehr- und Lernziele der Exkursion bauten auf im GRK unternommenen Untersuchungen zu biblisch-jüdisch-byzantinisch-abendl?ndisch-arabisch gepr?gten R?umen der Vormoderne auf und sind eine konsekutive didaktische Fortsetzung zweier ZOOM-Konferenzreihen aus den Jahren 2020-2021 (Byzantine und Jerusalem Talks).?

Der Zeitpunkt der Exkursion im M?rz 2022 erlaubte in einmaliger Weise die Einbeziehung fachlich einschl?giger Expertise aus der ersten und zweiten Doktorand:innenkohorte des DFG-GRK 2337. Metropolitaner Erkenntnisgewinn aus dieser Exkursion in kultur- und religionsvergleichender Hinsicht kann zum jetzigen Zeitpunkt noch substantiell in die Qualifizierungsarbeiten der beteiligten Nachwuchswissenschaftler:innen einflie?en, wovon diverse Einzelprojekte und das Verbundprojekt in erheblichem Ma?e profitieren. So komplettieren etwa Erkenntnisse aus der Moschee in Akko das detaillierte Bild über Motivwahl byzantinischer Kirchen au?erhalb der heutigen Türkei in einem Forschungsprojekt.

GRK-intern diente die gemeinsam organisierte Exkursion nach zwei Coronajahren dem Team-Building-Aspekt sowie der Anregung interner wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Eine sichere Durchführung der Exkursion unter strikter Einhaltung aller geltenden Vorschriften des Bundes, des Landes Bayern und von Israel, insbesondere der jeweiligen Einreise- und Quarant?nevorschriften war gegeben.

Folgende St?tten sind besucht und unter Einbeziehung von Expertise von Graduierten und Tr?gerkreis des DFG-GRK 2337 Metropolit?t in der Vormoderne vom 14.03.-2203 über Referate, Quellenstudien und Führungen erschlossen worden:

ANTIKES JERUSALEM I ANCIENT JERUSALEM

Western Wall Plaza

Tempelberg I Temple Mount

Davidstadt I City of David

Kreuzkloster I Monastery of the Holy Cross

Israel Museum

16.03. GALIL?A

Beit She’an

Caparnaum

Tabgha

17.03. AKKON/SEPPHORIS

Magdala

Akkon I Acre

Sepphoris

18.03. CHRISTLICHES JERUSALEM I CHRISTIAN JERUSALEM

?lberg mit Himmelfahrtskapelle, Paternosterkirche, Gethsemane, Mariengrab I Mount of Olives with Shrine of the Ascension, Pater Noster Basilica, Gethsemane, Tomb of the Virgin

Bethesda

Alexander-Newski-Kathedrale I Alexander-Newsky-Cathedral

Grabeskirche I Church of the Holy Sepulchre

19.03. NEGEV

Shivta

20.03. BETHLEHEM & YAD VASHEM

Kathisma

Geburtskirche in Bethlehem I Basilica of the Nativity in Bethlehem

Yad Vashem

21.03. S?DEN/TOTES MEER I SOUTHERN ISRAEL/DEAD SEA

Masada

En Gedi

Qumran

22.03. TEL AVIV

Tel Aviv-Jaffa I Tel Aviv-Yafo

In the DFG Research Training Group 2337 Metropolit?t in der Vormoderne at the University of Regensburg (director: Prof. Dr. J?rg Oberste), junior researchers from 4 faculties are dealing with metropolises as places of prominent urbanity, centrality and historicity. Jerusalem bundles such meanings in topographical, iconographical, performative, sacral and material dimensions and thus exceeds a purely material-demographic definition of the metropolis concept. These interconnections were revealed to the 21-member excursion group during a visit to the Wailing Wall and the Temple Mount, in the archaeological park during the excavations of the City of David and the Cardo, and also on the basis of the antiquities collections in the Israel Museum.??The status of Jerusalem is reflected in an almost unique way in cultural-historical interpretations and attributions of both Eastern and Western provenance, as became clear in the Orthodox Monastery of the Cross and at other sites of Christian Jerusalem - from the Mount of Olives with the churches and monasteries there to the Church of the Holy Sepulchre to the Bethesda excavations or the St. Alexander Nevsky Cathedral.

A look at Jerusalem thus opened up a spectrum of perspectives for the transdisciplinarily oriented college for the study of cultural, socio-economic, political and religious dynamics, which encompassed historical experiences, media appropriations and visionary designs. The individual stations offered (in)indirect points of connection for almost all GRK projects.?All excursion participants were involved in the planning process of the scientific study trip from the beginning (organization team: Prof. Dr. Harald Buchinger, Dr. Gregory Tucker, Christopher Sprecher, scientific coordination: Kathrin Pindl). Individual contributions in the form of presentations, handouts and contributions to a collaborative bibliography augmented existing (expert) knowledge.

The participation of local actors, such as Martin Buber Fellow Dr. Katharina Palmberger, archaeologist at the Hebrew University of Jerusalem, enabled a reflective approach to metropolitan facets of Jerusalem and other points in the Holy Land relevant to urban history.??Dr. Palmberger led the GRK to the excavations of the Byzantine ruins of the desert city of Shivta, abandoned in the 8th/9th century, which was a regional center for several centuries as an administrative and commercial hub. The in situ insights provided by the concrete example enabled the students to reflect in an immersive way on the phenomenon of metropolitanism dealt with in the GRC.

The multi-religious Jerusalem, but comparatively also other metropolitan relevant sites such as Beit Shean, Magdala, Capernaum, Tabgha, Bethlehem or Tel Aviv-Jaffa offered the opportunity to experience the overlapping of topographical, ritual, acoustic or imagined spaces at first hand and thus to transform in a certain way a retrospective into a participatory observation perspective.?The teaching and learning objectives of the field trip built on research undertaken in the GRK on Biblical-Jewish-Byzantine-Occidental-Arabic-influenced spaces in the pre-modern period and are a consecutive didactic continuation of two ZOOM conference series from 2020-2021 (Byzantine and Jerusalem Talks).?

The timing of the excursion in March 2022 uniquely allowed for the inclusion of relevant expertise from the first and second doctoral cohorts of the DFG-GRK 2337. Metropolitan knowledge gained from this excursion in terms of comparative culture and religion can still be substantially incorporated into the qualification work of the young researchers involved at the present time, from which various individual projects and the joint project will benefit to a considerable extent. For example, findings from the mosque in Akko complete the detailed picture of the choice of motifs of Byzantine churches outside of today's Turkey in a research project.

Within the GRK, the jointly organized excursion served the team-building aspect after two corona years as well as the stimulation of internal scientific cooperation. The excursion was carried out safely and in strict compliance with all applicable regulations of the Federal Government, the State of Bavaria and Israel, in particular the respective entry and quarantine regulations.

Bilder/pictures by Evan Freeman, Susanne Ehrich, Kathrin Pindl, Franziska Schneider.


DFG-GRK 2337 Metropolit?t I Studienfahrt nach Israel

Erg?nzende Besichtigungen im Rahmen der GRK-Exkursion

Im Zusammenhang mit der gr??eren Exkursion des DFG-2337 GRK "Metropolit?t in der Vormoderne" nach Jerusalem und anderen St?tten in Israel/Pal?stina besuchte eine kleine Gruppe von aktuellen Mitgliedern, Alumni und externen G?sten unmittelbar vor und nach der Gruppenreise im Heiligen Land auch andere St?tten. 百利宫_百利宫娱乐平台¥官网e Erg?nzung der Exkursion, die zwar selbst finanziert wurde, profitierte ebenfalls von den umfangreichen Vorbereitungen vor der Abreise und knüpfte an die Recherchen und Interessen der Teilnehmer an.

Am Freitag, dem 11. M?rz, brachen fünf von uns vor der Hauptgruppe nach Israel auf: die derzeitigen GRK-Mitglieder?Samuel Bauer?und?Christopher Sprecher, der Alumnus?Dr. Gregory Tucker,?Dr. Evan Freeman, Inhaber eines Humboldt-Stipendiums an der Universit?t Regensburg, und?Dr. med. Timm Heinbokel, Pathologe an der Berliner Charité, der derzeit in orthodoxer Theologie promoviert und ein langj?hriger Freund der anderen Reisenden ist. Nach einer ?bernachtung in Jerusalem reisten wir ins Westjordanland und besuchten das alte Kloster?Mar Saba?in der jud?ischen Wildnis. Unserer Gruppe wurden von einem der M?nche die Kapellen und Reliquien des Klosters vorgestellt; danach reichte man uns etwas Erfrischung und wir hatten dann die Gelegenheit, an den langen Gottesdiensten des Klosters teilzunehmen. Um 15.00 Uhr wurde die Kleine Vesper gefeiert, gefolgt vom Abendessen; jeder hatte etwa 4 Stunden Zeit, sich in den G?stequartieren auszuruhen, bevor die n?chtliche Vigil begann. Sie bestand aus der Kleinen Komplet, der Vesper mit Lity, der Matutin, der G?ttlichen Liturgie sowie einer anschlie?enden Prozession mit Ikonen im Klosterhof anl?sslich des ersten Sonntags der Gro?en Fastenzeit (zum Gedenken an die Restaurierung der Ikonen im Jahr 843 n. Chr.); die sogenannte Ganznachtwache begann um 20.30 Uhr und dauerte bis 4.30 Uhr morgens. Wiederum wurden uns vier Stunden Schlaf gew?hrt, bevor wir die Dritte und Sechste Stunde (=Terz und Sext) feierten und dann zu Mittag a?en. Danach verabschiedeten wir uns von den M?nchen und erhielten vom Abt Weihwasser und Holzkreuze.

Am Sonntagmorgen nach dem Besuch des Klosters hielten wir in Bethlehem an, bevor der geplante Gruppenausflug in die Stadt gegen Ende der geplanten Veranstaltungswoche stattfand. Dr. Evan Freeman hatte die M?glichkeit, die Kunstwerke und Mosaiken in der Geburtskirche Christi ausgiebig zu fotografieren, bevor er mit der Gruppe die St?tte besichtigen wollte. Unter den vielen ikonografischen Darstellungen von Heiligen auf den S?ulen der Basilika ist eine des Heiligen Olaf, des K?nigs von Norwegen, hervorzuheben - ein Zeichen für den kulturellen und religi?sen Transport von Figuren und Themen über gro?e Entfernungen im vormodernen Europa, den Christopher Sprecher in seiner kürzlich erschienenen Arbeit über den Kult des Heiligen Olaf in Konstantinopel erw?hnt. Auf dem Rückweg nach Jerusalem konnten wir auch das?Bethlehem Icon Centre?besuchen, eine gemeinnützige Einrichtung, die die Arbeit der byzantinischen Ikonographie im Westjordanland fortsetzt und Kunstunterricht für Schüler aller Altersgruppen und Glaubensrichtungen anbietet. Am Montagmorgen vor der Ankunft der Hauptgruppe konnten wir auch logistische Unterstützung für die restliche Reise leisten: Wir besorgten Zugtickets und Busfahrkarten für die Teilnehmenden und besuchten das Heilige Grab, um mit der dortigen griechisch-orthodoxen M?nchsbruderschaft zu sprechen und ?bernachtungsrechte für die Mitglieder der Gruppe zu sichern, die am Ende der Woche, von Samstagabend bis Sonntagmorgen, an den Gottesdiensten dort teilnehmen wollten.

Nach der Abreise der Hauptgruppe am Montag, dem 21. M?rz, nach Tel Aviv für eine letzte Nacht und einen letzten Morgen vor der Rückreise nach Deutschland, blieben drei Teilnehmer (Samuel Bauer, Christopher Sprecher, Dr. Gregory Tucker) in Jerusalem. Am Dienstag, dem 22. M?rz, hatten wir drei das Privileg, an der Fastenvesper nach armenischer Tradition im armenischen St. Jakobus-Kloster und der Kathedrale im armenischen Viertel der Altstadt von Jerusalem teilzunehmen. Im Anschluss an den Gottesdienst führte uns Vater Aghan Gyokchyan (???? ????????), Mitglied der dortigen kl?sterlichen Bruderschaft, pers?nlich durch die Kathedrale und den Rest des vollst?ndig umschlossenen Viertels. Am Mittwoch mieteten wir drei ein Auto und wollten mehrere Kl?ster besuchen. Unser erstes Ziel, die Ruinen des Klosters?Mar Martyrios?(heute in der Siedlung?Ma'ale Adummim?an der Stra?e von Jerusalem nach Jericho gelegen), war trotz aller gegenteiligen Informationen geschlossen; dies galt auch für das Kloster?Mar Euthymios, das wir ebenfalls besuchen wollten. Wir fuhren weiter in die N?he von Jericho zum berühmten?Kloster St. Georg?des Khozebiters im?Wadi al-Qelt. Die dramatische Kulisse des Klosters in den Wadi-Felsen erinnerte an Mar Saba, wenn auch durch die gr??ere Wassermenge im Wadi etwas grüner. Doch auch dieses Kloster war geschlossen. Entt?uscht, aber nicht entmutigt, fuhren wir weiter, den Anstieg nach Jerusalem hinauf und hielten am?Museum des Barmherzigen Samariters?(das Gleichnis soll sich auf dieser Stra?e von Jericho nach Jerusalem über Ma'ale Adummim, den "Roten Aufstieg", abgespielt haben, der wegen der Farbe des dortigen Steins so genannt wurde), das viele wunderbare Mosaike aus Kirchen, Synagogen und Samaritergemeinden zeigte. Nach dem Museumsbesuch fuhren wir quer durch Jerusalem in Richtung Westen zum arabisch-israelischen Dorf Abu Ghosh, wo eine franz?sische benediktinische Brüderschaft?das Kloster?aus der Kreuzfahrerzeit mit Fresken aus dem elften Jahrhundert bewohnt.

Am Donnerstag konnten wir eine Audienz bei?Erzbischof Aristarchos?vom griechisch-orthodoxen Patriarchat von Jerusalem erhalten. Er ist??Bibliothekar des